Der Krieg der Knöpfe -
ein Klassiker

Das Kultbuch

Der Roman, „Der Krieg der Knöpfe“ von Louis Pergaud erschien 1912. Der 30-jährige Autor verarbeitet in diesem Buch mit dem Untertitel „Der Roman meines zwölften Lebensjahres“ Kindheitserlebnisse, die Kämpfe, die sich Pergaud als Kind in seinem südfranzösischen Heimatdorf mit den Kindern des Nachbardorfes lieferte, seine ausgedehnten Naturbeobachtungen, aber auch die Geschichten der Erwachsenen, die ihm als Kind und Jugendlicher weitergegeben wurden.

„Der Krieg der Knöpfe” erzählt ebenso vom Ende einer unbeschwerten Kindheit und vom Beginn des Erwachsenenlebens. Auch für den Autor Pergaud endete mit diesem Sommer die Kind­heit – 12-jährig musste er seine Familie verlassen, um in einer anderen Stadt eine höhere Schule besuchen zu können.

„Ich bin vor keinem Kraftausdruck zurückgeschreckt, vorausgesetzt, er war satt und bildhaft, vor keiner derben Geste, vorausgesetzt sie war deutlich und treffend. Ich wollte einen Abschnitt aus meiner Kindheit wieder heraufbeschwören, ein Stück wildes, leidenschaftliches Leben, wie wir kleinen Kerle es gefühlt haben, offen und heroisch, frei von allem heuchlerischen Zwang, den Familie und Schule uns auferlegen wollten.“ Louis Pergaud, der als Lehrer zuerst in der französischen Provinz und dann in Paris arbeitete, begann früh zu schreiben: 1910 wurde er für seine acht eigenwillig makaberen Tiererzählungen des Bandes Vom Fuchs Goupil zur Elster Margot mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet. Weitere Tiergeschichten folgten, sein größter Erfolg sollte jedoch „Der Krieg der Knöpfe - Der Roman meines zwölften Lebensjahres“ sein. Der 1882 geborene Louis Pergaud starb 1915 im Krieg. Der Roman wurde zum Bestseller und bis heute mehr als 30 mal wiederaufgelegt.

Der Film

1936 wurde das Buch erstmals in Frankreich unter dem Titel LA GUERRE DES GOSSES von Jacques Daroy verfilmt. Mit WAR OF THE BUTTONS (Regie: John Roberts) entstand 1994 eine englischsprachige Version, die von David Puttnam produziert wurde und in Irland spielt. Kultstatus erreichte jedoch vor allem die Version von Regisseur Yves Robert (DER GROßE BLONDE MIT DEM SCHWARZEN SCHUH) aus dem Jahr 1962.

Regisseur Yves Robert adaptierte den Roman mit vielen Freiheiten, ließ dabei auch eigene Kindheitserlebnisse einfließen und verlegte die Handlung in die 60er Jahre. Der in Schwarzweiß gedrehte Film rückte vor allem die Kinder in den Vordergrund. Die Erwachsenen, vor allem die Väter, verkörpern nur eine weitere Autorität, gegen die sich die Jungs auflehnen.

2011 kam zeitgleich zu Christophe Barratiers LA NOUVELLE GUERRE DES BOUTONS eine weitere Verfilmung von Yann Samuell unter dem Originaltitel LA GUERRE DES BOUTONS in die französischen Kinos. Im Unterschied zu Barratiers Adaption spielt die Handlung in den 1960er Jahren. Die Verfilmung von Barratier erzählt den Krieg der Knöpfe vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs und verleiht der Handlung eine größere Tiefe und Dramatik.